Du möchtest an einem Othello-Turnier teilnehmen?
Bist dir aber unsicher, wie so ein Turnier abläuft, worauf du achten sollst oder weißt nicht, was die Zahlen auf der Wertrungstabelle bedeuten?
Keine Sorge – hier findest du alle wichtigen Antworten!
Bei Turnieren gelten über die üblichen Spielregeln hinaus einige zusätzliche Regeln, die beim Freizeitspiel nicht wichtig sind. In der Regel gelten die folgenden Bestimmungen. Der Turnierleiter kann jedoch Abweichungen festlegen und diese vor Turnierbeginn bekanntgeben:
| 1. Anmeldung: Bevor das Turnier beginnt, melden sich die Teilnehmer beim Turnierleiter an. Meist ist eine Startgebühr für die Kosten des Turniers fällig, diese wird aber in der Veröffentlichung angekündigt. |
| 2. Paarungssystem Nachdem alle Teilnehmer angemeldet sind, wird das Turnierformat gewählt und die Paarungstabelle wird erstellt. Bei Turnieren mit vielen Teilnehmern wird meist im Schweizer System (swiss-system) gespielt. Bei wenigen Spielern wählt man eher Jeder-gegen-jeden (round-robin oder douple-round-robin). Der Turnierleiter gibt außderdem eventuell geltende Sonderregeln bekannt. Meistens sind es die nachfolgend Genannten. |
| 3. Farbverteilung: Welche Spielfarbe ein Spieler erhält, bestimmt die Spieltabelle. Der zuerst genannte Spieler spielt Schwarz. Beispiel: „Tisch 1, Hund : Katz“ bedeutet, dass Hund Schwarz spielt und Katz Weiß. |
| 4. Bedenkzeit: Jeder Spieler hat eine vom Turnierleiter festgelegte Zeit (meist ca. 25 Minuten + 2 Minuten Bonuszeit) für seine Züge. Die Zeiten werden mit einer Doppelstoppuhr (z. B. Schachuhr) je Spieler getrennt erfasst. |
| 5. Platzwahl: Schwarz sitzt auf der Seite des Tisches, auf der sich die Uhr rechts von ihm befindet. Ein Wechsel ist möglich, wenn beide Spieler zustimmen. |
| 6. Spielbeginn: Weiß startet die Uhr, damit Schwarz seinen ersten Zug machen kann. |
| 7. Uhrbedienung: Nach Abschluss seines Zuges drückt der Spieler die Uhr, sodass die Zeit des Gegners zu laufen beginnt. Die Uhr wird grundsätzlich mit der Hand gedrückt, mit der auch der Zug gemacht wurde. So wird verhindert, dass ein Spieler die Uhr drückt, während seine andere Hand dem Gegner noch die Sicht auf das Brett verdeckt. |
| 8. Fehlerkorrektur: Macht ein Spieler einen Fehler (z. B. ungültiger Zug, falsche Anzahl oder Position der gedrehten Steine), kann dieser korrigiert werden – jedoch nur, solange der nächste Zug noch nicht gemacht wurde. Nach einem folgenden Zug ist keine Korrektur mehr möglich. Beide Spieler dürfen eine Korrektur verlangen. – Beide Spieler erkennen den Fehler an: Die Uhr wird gedrückt, sodass die Zeit des Spielers läuft, der den Fehler verursacht hat, da er ihn korrigieren muss. Nach der Korrektur wird die Uhr erneut gedrückt, und der Gegner ist am Zug. – Uneinigkeit ob es ein Fehler war: Die Uhr wird für beide gestoppt bis zur Klärung mit Hilfe eines Schiedsrichters, Assistenten oder Turnierleitung. |
| 9. Zugänderung: Ein Spieler darf seinen Zug nur ändern, solange der Spielstein das Brett noch nicht auf einem Feld mit einem möglichen gültigen Zug berührt hat. |
| 10. Zugzwang und Uhr: Wenn ein Spieler seinen Zug gemacht hat und erkennt, dass der Gegner keinen gültigen Zug hat, drückt er dennoch die Uhr, damit der Gegner dies selbst überprüfen kann. Erkennt auch der Gegner, dass kein Zug möglich ist, drückt er die Uhr zurück. Drückt ein Spieler ohne zu ziehen die Uhr, obwohl ein gültiger Zug möglich gewesen wäre, darf der Gegner die Uhr zurück drücken und auf den möglichen Zug hinweisen. |
| 11. Steine-Nachschub: Benötigt ein Spieler mehr als seine 32 Steine (weil der Gegner einen oder mehrere Zügen aussetzen musste), muss der Gegner ihm diese rechtzeitig zur Verfügung stellen, damit der Zug ohne Verzögerung erfolgen kann – insbesondere bei knapp werdender Spielzeit. |
| 12. Zeitüberschreitung: Läuft die Spielzeit eines Spielers vor Spielende ab, verliert er die Partie mit 0:64. In vielen Turnieren erhält der Spieler danach eine Bonuszeit (z. B. +2 Minuten), um das Spiel zu beenden. Das tatsächliche Ergebnis wird gezählt, jedoch kann der Spieler mit Zeitüberschreitung maximal 31 Punkte erreichen – auch wenn er mehr Steine auf dem Brett hat. Gelingt ihm die Beendigung des Spiels auch in der Bonuszeit nicht, bleibt es beim 0:64. Überschreitet auch der Gegner die Zeit, verliert der Spieler, der zuerst überzogen hat. |
| 13. Leerfelder am Spielende: Sind am Spielende noch Felder frei, auf die keiner der Spieler ziehen konnte, werden diese dem Sieger zugerechnet. Beispiel: Aus 32:31 bei einem Leerfeld wird 33:31. |
| 14. Ergebnisübermittlung: Beide Spieler zählen ihre Steine und teilen das Ergebnis dem Turnierleiter mit. |
| 15. Zugprotokoll (optional): Jeder Spieler sollte – muss aber nicht – ein Transcript (Vorlage wird vom Turnierleiter bereitgestellt) führen oder (falls möglich) die Züge über Flipthedisc.com oder Liveothello.com eingeben. Auch wenn Steitigkeiten über Zugfehler sehr selten vorkommen, können diese bei einem vorhanden Transcript leichter geklärt werden. Hier ein Beispiel-Transcript: ![]() |
| 16. Wertungstabelle Da inzwischen meist für die Turnierverwaltung www.flipthedisc.com genutzt wird, erkläre ich es anhand dieses Beispiels: Settings: Die Einstellungen zum Turnier, Name, Datum, Paarungssystem, usw. Players: Die Auflistung der angemeldeten Spieler, nach Weltranglistenwertung absteigend sortiert Rounds: Die Paarungen der einzelnen Runden (F = Finale, 3/4 Spiel um Platz 3) Standings: Die Wertung im Turnier jeweils zum Ende jeder Runde und R = Ergebnis nach den Finalspielen Wertung: Beispiel von mir, Günther Beyer, beim EGP in Bern 2025, nach Runde 6 ![]() – 13. Platz im Tunier nach dieser Runde – – 3 Anzahl Punkte im Turnier (1 Punkt je Sieg, 0,5 Punkte je Remis) – 287 Brightwell-Quotient (BQ) Wird eine andere Software (z.B. Papp) für die Wertung genutzt, wird es optisch etwas anders aussehen, aber der Inhalt ist sinngemäß der Gleiche. |
Du willst mehr über das Thema wissen? Hier findest du die Regeln für die Weltmeisterschaften.
Keine Regel, aber zum guten Ton gehört, dem Gegner vor Beginn „Viel Glück“ zu wünschen. Ebenso ist ein „Gutes Spiel“ oder „Danke für das Spiel“ nach dem Spiel üblich. Bei internationalen Partien entsprechend „Good luck“, „Good game“ oder „Thanks for the game“


